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22.09.2011

Enormes Potenzial - enormer Mangel 

Wie SSB Wind Systems auch aus den eigenen Reihen schöpft, um dem Fachkräftemangel zu begegnen.

 

Die Windenergiebranche sucht händeringend nach Fachkräften. Der SSB Wind Systems GmbH & Co. KG aus Salzbergen geht es nicht anders. Allerdings hat es das Unternehmen durch ein breitgefächertes Ausbildungs- und Weiterbildungsangebot geschafft, seine Attraktivität über alle schulischen Qualifikationen hinweg für Jugendliche zu steigern und das nicht nur bei männlichen Berufsanfängern. Der Spezialist für elektrische Verstellsysteme für Rotorblätter (Pitchsysteme) von Windkraftanlagen sorgt damit auch aus den eigenen Reihen für qualifizierten Nachwuchs.

 

„Nach meinem Schulabschluss wollte ich auf jeden Fall etwas Handwerkliches, also Praktisches erlernen, mit dem Ziel, danach weiter zu studieren“, meint Philip Engbers. Der 23-jährige Abiturient befindet sich im dritten Ausbildungsjahr bei SSB Wind Systems. „Das Unternehmen ist in der Region sehr bekannt, und auch von Freunden habe ich im Vorfeld meiner Bewerbung viel Positives gehört. Bereits in der Schule hatte ich einen Leistungskurs für Elektrotechnik belegt und entschied mich daher hier für die Ausbildung als Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik.“
 
Gesamte Bandbreite an klassischen Ausbildungsberufen

Philip Engbers gehört zu den insgesamt 44 jungen Menschen, die sich derzeit bei SSB Wind Systems in der Ausbildung befinden. In der mehr als 40-jährigen Firmengeschichte habe man nach Aussagen von Holger Sumbeck, Ausbildungsleiter des Unternehmens, rund 600 Auszubildenden die Möglichkeit gegeben, in 14 verschiedenen Bereichen einen Berufsabschluss zu absolvieren. „Derzeit bieten wir Ausbildungen in klassischen Berufen wie Industriemechaniker, Mechatroniker, Elektroniker für Betriebstechnik, Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik sowie Industriekaufleute an. Darüber hinaus geben wir Jugendlichen die Möglichkeit, im Zuge eines dualen Studiengangs einen Abschluss als Bachelor of Engineering mit den Fachrichtungen Elektrotechnik, Mechatronik und Wirtschaftsingenieur zu machen. Auch Herr Engbers hat sich dazu entschlossen, nach seiner Ausbildung ein duales Studium zum Wirtschaftsingenieur zu beginnen“, erklärt Jörg Majunke, seit 18 Jahren Ausbilder bei SSB Wind Systems.

 

Fachhochschulstudium mit hohem Praxisbezug

Für Philip Engbers bietet der Bachelor of Engineering eine Chance, sich nach seiner Berufsausbildung durch ein Studium weiter zu qualifizieren, ohne seine Kontakte zu SSB Wind Systems abbrechen zu müssen: „Während meines Studiums an der Fachhochschule werde ich im Wechsel alle drei Monate am Studienort und hier im Unternehmen sein, also ein Studium mit sehr hohem Praxisbezug. Auch nach meinem Studium stehen mir durch die Zugehörigkeit von SSB Wind Systems zum amerikanischen Konzern Emerson viele Optionen offen, darunter beispielsweise auch eine Karriere im Ausland. Ein weiterer Vorteil solcher dualer Studiengänge besteht darin, dass man währenddessen weiterhin seine Ausbildungsvergütung erhält.“

 
Bedarfsorientierte Ausbildung

Mit dem Angebot der dualen Studiengänge erweitert SSB Wind Systems nicht nur sein Ausbildungsangebot, sondern möchte hiermit auch teilweise seinen Bedarf an hoch qualifizierten Ingenieuren decken. Hierzu Dr. Gisbert Schulze, Geschäftsführer von SSB Wind Systems: „Insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels in Deutschland wird eine bedarfsorientierte Ausbildung auch für Unternehmen aus der Windenergie immer wichtiger, denn schon seit Längerem ist es nicht mehr so einfach, Fachpersonal aus dem unmittelbaren Einzugsbereich zu rekrutierten. Ein Vorteil für unsere Region bietet in diesem Zusammenhang u.a. die räumliche Nähe zu den Fachhochschulen in Oldenburg und Diepholz – und seit Kurzem auch in Lingen, an dem ein neuer Standort der Fachhochschule Osnabrück eröffnet wurde. Wir haben sehr frühzeitig auf den drohenden Fachkräftemangel reagiert und ein breitgefächertes Ausbildungsprogramm mit sehr guten Weiterbildungsmöglichkeiten geschaffen. Hierzu muss man allerdings rechtzeitig gewissermaßen auch über den Tellerrand schauen. So waren wir sicherlich ein Vorreiter, als es darum ging, weiblichen Interessenten über die kaufmännischen Bereiche hinaus die Möglichkeit zu geben, in der Windenergie zu arbeiten.“

 

Weibliche Bewerberinnen auf dem Vormarsch

Bestes Beispiel hierfür ist Kirsten Sumbeck. Die 18-jährige Auszubildende erlernt den Beruf des Elektronikers für Maschinen- und Antriebstechnik und kann sich noch sehr gut an ihr Bewerbungsgespräch vor rund drei Jahren erinnern: „Auf die Frage, warum ich mich gerade für eine Ausbildung im Bereich der Windenergie entscheide, habe ich geantwortet: „Ich denke, dass ich das genauso gut kann, wie jeder andere männliche Kollege“.

 

Für die Realschülerin war bereits sehr frühzeitig klar, dass sie keinen, wie sie es formuliert, „typischen Frauenberuf“ erlernen wollte. Eine Ansicht, die offenbar auch weitere Berufsanfängerinnen mit ihr teilten: „Zu Beginn haben sechs weitere Kolleginnen mit mir gemeinsam ihre Ausbildung bei SSB Wind Systems begonnen“, berichtet Kirsten Sumbeck, die sich als Technikerin weiterqualifizieren möchte. „Auf die Frage, was ich denn nach meiner Ausbildung werden möchte, habe ich übrigens geantwortet: „Technikerin in der Raumstation ISS“.

 
Gesunder Mix

An diese kleine Anekdote kann sich auch Ausbilder Jörg Majunke gut erinnern: „Diese Aussage zeigt, mit welcher Einstellung und Motivation die Jugendlichen hier ihre Ausbildung bringen. Das trifft im Übrigen für jede schulische Qualifikation zu.“
Ein Grund, warum man bei SSB Wind System bei der Auswahl der Bewerber nicht allein den Blick auf Realschüler und Gymnasiasten hat. „Man muss auch Hauptschülern die Chance geben, sich in der Welt zu behaupten. Daher setzen wir seit jeher auf einen gesunden Mix aus unterschiedlichsten schulischen Qualifikationen bei der Auswahl der Auszubildenden“, meint Ausbildungsleiter Holger Sumbeck.

 
Jugendliche begeistern

Geschäftsführer Dr. Gisbert Schulze ist sich sicher, dass man dem steigenden Fachkräftemangel, u.a. auch durch ein interessantes Berufs- und Ausbildungsangebot begegnen kann. „Laut „Mittelstandsbarometer Sommer 2011“ der Beratungsgesellschaft Ernst & Young führt der Fachkräftemangel allein bei mittelständischen Unternehmen zu Umsatzverlusten in Höhe von 33 Milliarden Euro. Daher dürfen wir nicht nachlassen, auch  jugendliche Berufsanfänger für die Windenergie zu begeistern, damit wir in Deutschland  wettbewerbsfähig bleiben.“

 

Dazu passende Bilder:

Dr. Gisbert Schulze, President SSB Wind Systems Dr. Gisbert Schulze, President SSB Wind Systems
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Holger Sumbeck, Ausbildungsleiter und Kirsten Sumbeck, Auszubildende Elektronikerin Holger Sumbeck, Ausbildungsleiter und Kirsten Sumbeck, Auszubildende Elektronikerin
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Philip Engbers, Auszubildender Elektroniker Philip Engbers, Auszubildender Elektroniker
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Pitchsystem von SSB Wind Systems Pitchsystem von SSB Wind Systems
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